In der Vajrayana-Überlieferung werden die „vier Ermächtigungen“, Abhisheka, als Verbindung zwischen gewöhnlichem Geist und erwachter Natur betrachtet. Im hier beschriebenen tantrischen Zusammenhang dienen Symbole, Segnungen und Kernunterweisungen dazu, Festhalten zu lockern und die eigene Natur zu vergegenwärtigen.
Der Beitrag stellt vier grundlegende Ermächtigungen vor:
1. Die Vasenermächtigung
Sie bildet den grundlegenden Zugang. Visualisation und die symbolische Verwendung geweihten Wassers werden mit dem Reinigen des körperlichen Daseins verbunden.
• Reinigung: Karmische Prägungen des Körpers und Hindernisse in den subtilen Kanälen werden symbolisch gereinigt.
• Berechtigung: Sie erlaubt im entsprechenden Überlieferungszusammenhang die Praxis der Erzeugungsphase, in der man sich als Gottheit visualisiert.
• Ergebnis: Sie legt nach dieser Darstellung den Samen zur Verwirklichung des Nirmanakaya, des Erscheinungskörpers.
2. Die geheime Ermächtigung
Sie betrifft die Reinigung von Rede und subtilen inneren Winden. Der Nektar dient als Symbol, um das Bewusstsein für Prana, die Windenergie, zu wecken.
• Reinigung: Sie wird mit dem Reinigen karmischer Prägungen der Rede und von Hindernissen in den inneren Winden verbunden.
• Berechtigung: Sie erlaubt die betreffende Praxis der Vollendungsphase mit dem subtilen Energiesystem.
• Ergebnis: Sie legt nach dieser Darstellung den Samen zur Verwirklichung des Sambhogakaya, des Genusskörpers.
3. Die Weisheits-Erkenntnis-Ermächtigung
Diese Ermächtigung richtet sich von der äußeren Form auf die innere Erfahrung. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Glückseligkeit und Leerheit.
• Reinigung: Sie wird mit dem Reinigen karmischer Prägungen des Geistes und von Trübungen in den subtilen Essenzen, Bindu, verbunden.
• Berechtigung: Sie erlaubt im entsprechenden Rahmen tiefgründige Methoden, die große Glückseligkeit mit der Erkenntnis der Leerheit verbinden.
• Ergebnis: Sie legt nach dieser Darstellung den Samen zur Verwirklichung des Dharmakaya, des Wahrheitskörpers.
4. Die Wortermächtigung
Sie wird oft als vierte Ermächtigung bezeichnet. Jenseits aufwendiger Symbole weist sie in den hier genannten Überlieferungen unmittelbar auf die Natur des Geistes: die Große Vollkommenheit, Dzogchen, oder Mahamudra.
• Reinigung: Sie wird mit dem Reinigen feinster Erkenntnishindernisse und gewohnheitsmäßiger dualistischer Muster verbunden.
• Berechtigung: Sie erlaubt im entsprechenden Rahmen die Praxis von Unterweisungen, die unmittelbar auf die ursprüngliche Natur des Geistes weisen.
• Ergebnis: Sie legt nach dieser Darstellung den Samen zur Verwirklichung des Svabhavikakaya, des Wesenskörpers.
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