Im geschäftigen Alltag nehmen Wünsche, kleine Aufgaben und Druck unseren Geist oft ganz ein. Viele suchen einen Weg, sich zeitweise vom Lärm zurückzuziehen und das innere Leben zu klären. Die acht Regeln, Atthasila, bieten im Buddhismus eine zeitlich begrenzte Praxis für Laien.
Was sind die acht Regeln?
Dabei werden acht Verhaltensregeln für einen Tag und eine Nacht, gewöhnlich 24 Stunden, beachtet. Die Zahl acht bezeichnet die Regeln. Der chinesische Ausdruck Zhai wird mit Reinigung und dem Verzicht auf Essen nach Mittag verbunden.
Die acht Regeln lauten:
1. Auf Töten verzichten: Mitgefühl entwickeln.
2. Auf Stehlen verzichten: Aufrichtigkeit und Genügsamkeit üben.
3. Auf sexuelle Handlungen verzichten: Sinnliches Verlangen zurücknehmen und körperliche wie geistige Klarheit pflegen. Anders als der gewöhnliche Verzicht auf sexuelles Fehlverhalten bedeutet dies während des Gelübdes vollständige Enthaltsamkeit.
4. Auf falsche Rede verzichten: Ehrlich sein und Täuschung vermeiden.
5. Auf berauschende Mittel verzichten: Einen klaren Geist bewahren und Unachtsamkeit vermeiden.
6. Auf Blumenschmuck, Duftstoffe und kosmetische Verschönerung sowie auf Tanzen, Singen, Musik und Unterhaltung verzichten: Abstand von Luxus und starkem Sinnesgenuss nehmen.
7. Auf hohe und luxuriöse Betten verzichten: Bescheidenheit und bewusste Disziplin üben und Trägheit zurücknehmen.
8. Auf Essen zu unzulässigen Zeiten verzichten: Dies wird auch als Nichtessen nach Mittag bezeichnet. Die Regel wird in diesem Zusammenhang mit der Zurücknahme von Essverlangen und körperlicher Belastung verbunden.
Warum diese Regeln beachten?
Die zentrale Bedeutung sieht der Beitrag im „Säen von Samen der Befreiung“. Auch im gewöhnlichen Alltag ermöglicht dieser Zeitraum von 24 Stunden, sich an einer zurückhaltenden Lebensweise von Ordensmitgliedern zu orientieren.
• Raum für das innere Leben: Das Zurücklegen des Telefons und der Abstand von Unterhaltung können Zeit für Selbstbesinnung und das Beobachten geistiger Veränderungen schaffen.
• Karma reinigen: Buddhistische Schriften verbinden das Beachten der acht Regeln mit großem Verdienst und dem Reinigen früheren unheilsamen Karmas.
• Selbstdisziplin entwickeln: Nicht jedem unmittelbaren Verlangen, etwa nach Nahrung oder Reizen, zu folgen, wird hier als Übung von Entschlossenheit und Achtsamkeit betrachtet.
Spirituelle Praxis erfordert nicht immer einen Rückzug in ferne Berge. Ein bewusst gestalteter Tag mit diesen Regeln kann zur Betrachtung einladen, dass Zufriedenheit nicht nur aus materieller Ansammlung, sondern auch aus innerer Ruhe entstehen kann.
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