Im Mahayana-Buddhismus wird der Weg eines Bodhisattva durch zehn Stufen, die zehn Bhumis, beschrieben. Der erste bedeutende Schritt, die erste Bhumi, das Land der Freude, kennzeichnet den Übergang vom gewöhnlichen Zustand zur Ebene der Edlen.
Die Bedeutung der Freude
Die erste Bhumi heißt Pramudita-bhumi, das Land der Freude, weil sie mit der unmittelbaren Einsicht in die Natur der Wirklichkeit verbunden wird. Gemeint ist kein kurzlebiges weltliches Glück, sondern eine tiefe Freude und Erleichterung. Wie jemand, der nach langer Dunkelheit erstmals Licht sieht, freut sich der Bodhisattva dieser Darstellung zufolge darüber, fest auf dem Weg zur Buddhaschaft zu stehen und anderen wirksam zur Befreiung helfen zu können.
Wichtige Merkmale der ersten Bhumi
• Die Leerheit erkennen: Der Bodhisattva nimmt die Leerheit des Selbst und der Erscheinungen unmittelbar wahr und durchschaut grundlegende Täuschungen des Ichs.
• Die Vollkommenheit der Großzügigkeit: Im Vordergrund steht Dana, das Geben. Es umfasst nicht nur materielle Gaben, sondern auch das Teilen von Weisheit und das Gewähren von Furchtlosigkeit für alle Wesen.
• Die Kraft der Gelübde: Praktizierende auf dieser Stufe fassen große Gelübde und richten ihr Leben auf das Wohl und Erwachen aller fühlenden Wesen aus.
Ein Bezug zum heutigen Leben
Für Menschen auf der Suche nach Orientierung kann die erste Bhumi daran erinnern, dass Erwachen mit dem Zurücktreten selbstbezogenen Handelns verbunden ist. Wer eigenes Verlangen lockert und anderen aufrichtig dient, kann eine Freude erfahren, die weniger aus dem Bekommen als aus dem Geben entsteht.
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