„Bardo“ bezeichnet in der überlieferten Lehre einen Zwischenzustand. Hier dient der Begriff zugleich als Sinnbild für jene Augenblicke im eigenen Leben, in denen Orientierung verloren geht, Fragen offenbleiben und dichter Nebel uns umgibt. Wir alle kennen solche Phasen: Die alte Welt ist zusammengebrochen, während die neue noch keine Gestalt angenommen hat. Man steht in einem grauen Nebel, sieht den Ausgangspunkt nicht mehr und findet den Weg nach Hause nicht.
Der Nebel: Schwierigkeiten im gegenwärtigen Leben
In solchen Phasen entsteht Angst häufig aus Unsicherheit. Wir sind an bestimmte Wege gewöhnt: die nächste Arbeit, die nächste Beziehung, das nächste Ziel. Fallen diese Anker weg, geraten wir im Bild des Beitrags in den Nebel des Bardo. Geräusche wirken gedämpft, Richtungen unklar. Vielleicht fragen Sie sich: „Wer bin ich, wenn ich meinen bisherigen Beruf nicht mehr ausübe?“ Vielleicht scheint die Zeit stillzustehen, als seien Sie in einer nie endenden Dämmerung gefangen. Vor allem bleibt die Furcht vor dem Unbekannten: Liegt im Nebel ein Abgrund oder ein neues Ufer?
Die Suche: Orientierung durch das Licht
Licht erscheint nicht erst, wenn der Nebel verschwunden ist. Im Bild dieses Beitrags fällt es schon durch kleine Öffnungen, sobald Sie die Augen bewusst öffnen. Ein Licht im Nebel des Bardo zu finden bedeutet deshalb nicht, sofort aus der Ungewissheit herauszukommen, sondern mitten im Durcheinander ein wenig Ordnung zu schaffen.
Erstens: Nehmen Sie das Gefühl an, noch nicht angekommen zu sein. Erkennen Sie Ihre gegenwärtige Unsicherheit an. Bestimmen Sie die Zukunft nicht vorschnell, sondern geben Sie Ihrem inneren Leben Raum zum Atmen.
Zweitens: Hören Sie auf Ihre innere Orientierung. Wenn äußere Bezugspunkte verschwinden, können eigene Werte und Wünsche zu einem Kompass werden. Das Licht steht hier für eine aufrichtige Sehnsucht, die tief in Ihnen liegt.
Drittens: Gehen Sie kleine Schritte. Im dichten Nebel sehen Sie vielleicht keinen Kilometer weit, wohl aber den nächsten Schritt vor Ihren Füßen. Gehen Sie diesen Schritt; mit Ihnen kann sich auch der sichtbare Weg erweitern.
Erwachen: Der Nebel als Verwandlung und Neubeginn
Bardo ist in diesem Bild kein Ende, sondern ein Raum für neue Möglichkeiten. Gerade weil alte Bezeichnungen wegfallen, eröffnet sich die Möglichkeit, das eigene Leben neu zu gestalten. Der Nebel steht nicht nur für Orientierungslosigkeit, sondern auch dafür, sich selbst wahrzunehmen, wenn die Außenwelt undeutlich wird. Wenn Sie diese Offenheit nicht mehr fürchten, können Sie entdecken, dass Sie selbst ein Licht sind, das den Nebel durchdringt.
Menschen können zu unterschiedlichen Zeiten zu neuer Einsicht gelangen. Der Beitrag verbindet den Zeitpunkt dieses Erwachens mit dem weiteren Lebensweg und sogar mit dem Überleben. Wenn Sie sich gerade in einem solchen Nebel befinden, lassen Sie sich von diesem Bild ermutigen: Schließen Sie einen Moment die Augen, atmen Sie ruhig und nehmen Sie wahr, wie sich ein kleines Licht der Orientierung in Ihrem inneren Leben zeigen kann.
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