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Ein Brief an ein Wesen im Bardo: Loslassen und Mut

Wenn Sie sich auf dieser stillen, ungewohnten Reise verloren fühlen, halten Sie einen Augenblick inne und hören Sie auf die Stimme Ihrer eigenen Natur.

In diesem poetischen Brief an ein Wesen im Bardo erscheinen Licht und Schatten fein und unwirklich; der vertraute Körper fühlt sich leicht und fern an. Die Worte laden dazu ein, nicht zu erschrecken. Bardo wird als Übergang von einem Lebensabschnitt zum nächsten verstanden. Der Brief richtet sich an jemanden, der Orientierung sucht: Er handelt vom Loslassen und vom Entwickeln furchtlosen Mutes.

Über das Loslassen: Nicht mehr zum Ufer zurückblicken

Dieses Leben enthielt vieles, von dem man sich nur schwer löst: unausgesprochene Worte, geliebte Gesichter, unerledigte Aufgaben und den Körper, den man über Jahrzehnte bewohnt hat.

Betrachten Sie diese Bindungen im Bild des Briefs wie den Versuch, Morgendunst festzuhalten. Je stärker der Blick zurückgeht, desto schwerer wird das Bewusstsein und desto tiefer zieht es in den Strudel der Erscheinungen. Loslassen bedeutet nicht, die Vergangenheit auszulöschen, sondern sich selbst und den Zurückgebliebenen Freiheit zu gewähren.

• Materielles loslassen: Wohlstand und Ansehen sind nun wie die Träume der vergangenen Nacht. Sie gehören Ihnen nicht mehr und bestimmen nicht, wer Sie sind.

• Gefühlsbindungen loslassen: Sagen Sie denen, die Ihnen am Herzen liegen: „Ich bin in Frieden; bitte sorgen Sie gut für sich.“ Ihre Ruhe wird hier als der größte Segen beschrieben, den Sie den Lebenden schenken können.

• Das Festhalten am Selbst loslassen: Halten Sie nicht an Ihrem alten Namen oder Ihrer bisherigen Identität fest. Der Brief beschreibt diesen Augenblick bildlich als reine Energie und als Raum unendlicher Möglichkeiten.

Über den Mut: Der Klarheit der eigenen Natur begegnen

In der beschriebenen Bardo-Welt können helle Lichter und donnernde Klänge erscheinen. Sie werden in diesem Brief nicht als äußere Bedrohungen, sondern als Erscheinungen der eigenen inneren Natur verstanden.

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu empfinden, sondern sich auch inmitten der Angst dem hellsten Licht zuzuwenden.

Gehen Sie im Bild des Briefs wie ein Kind, das heimkehrt, mutig auf das klare Licht zu. Ziehen Sie sich nicht aus Furcht vor seiner Helligkeit in schwaches oder trübes Licht zurück, das hier als Anziehung der Wiedergeburt gedeutet wird. Vertrauen Sie in diesem Sinnbild darauf, dass Ihre Natur mit dieser Klarheit verbunden ist und dass Furchtlosigkeit Täuschungen ihre Macht nehmen kann.

Fazit

Lieber Reisender, lassen Sie Trauer und verbleibende Bindungen ruhen.

Sie stehen in diesem Bild an der Schwelle zur Befreiung. Atmen Sie bildlich Ruhe ein und Loslassen aus. Sehnen Sie sich nicht länger nach den Ufern der Vergangenheit und fürchten Sie das unbekannte Meer nicht.

Legen Sie Ihre Lasten ab und sammeln Sie Ihren Mut. Gehen Sie mit unerschütterlicher Entschlossenheit auf das Licht zu.

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