In der tibetisch-buddhistischen Praxis sind Mala-Perlen, auf Tibetisch Phreng ba genannt, mehr als bekannte Ritualgegenstände. Sie begleiten Praktizierende als Zählhilfe und als Sinnbild für Mitgefühl und Weisheit.
Die tiefere Bedeutung
Das Sanskritwort Mala bedeutet Girlande. Im tibetischen Buddhismus wird eine Mala mitunter als „bewegliches Mandala“ betrachtet. Beim Bewegen der Perlen zum Zählen von Mantra-Rezitationen kann sich der Geist von zerstreuten Gedanken zum gegenwärtigen Augenblick zurückwenden.
Aufbau und Bestandteile
Eine klassische tibetisch-buddhistische Mala umfasst häufig folgende Elemente:
• 108 Perlen: Dies ist die bekannteste Anzahl. Sie steht symbolisch für das Überwinden von 108 menschlichen geistigen Leiden, den Kleshas.
• Guru-Perle: Sie steht für die Weisheit des Lehrers oder des Buddha. Praktizierende halten hier häufig inne oder kehren als Zeichen des Respekts die Zählrichtung um.
• Zwischenperlen: Dekorative Perlen in bestimmten Abständen, etwa nach 7, 21 oder 27 Perlen, helfen auch beim Zählen kürzerer Übungseinheiten.
• Zähler: Häufig sind dies kleine Glocken und Dorjes, Vajras, an der Schnur. Sie unterstützen das Zählen von Tausenden Mantra-Wiederholungen.
Verbreitete Materialien und ihre Verwendung
Verschiedene Materialien besitzen in der spirituellen Praxis besondere zugeschriebene Bedeutungen:
1. Bodhi-Samen: Sie werden in der hier beschriebenen Überlieferung als besonders kraftvoll und für unterschiedliche Praxisformen geeignet betrachtet.
2. Sandelholz: Wegen seines natürlichen Duftes wird es traditionell mit Beruhigung und geistiger Reinigung verbunden.
3. Kristall und Achat: Klare, durchscheinende Varianten werden häufig in Ritualen mit Heilungs- und Reinigungssymbolik verwendet.
Grundlegender respektvoller Umgang
• Verwendung mit der linken Hand: In der hier beschriebenen tibetischen Tradition wird die Mala meist mit der linken Hand gehalten und bewegt.
• Sauber halten: Legen Sie die Mala nicht unmittelbar auf den Boden. Bei Nichtgebrauch eignet sich ein sauberer Beutel zur Aufbewahrung.
• Aufmerksamkeit und Bewegung verbinden: Die Bewegung der Perlen soll mit Atem und Rezitation verbunden sein und nicht bloß mechanisch erfolgen.
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