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Tibetische Mala: Bedeutung, Materialien, Verwendung und Pflege

In der tibetisch-buddhistischen Praxis ist die Mala, auf Tibetisch Phreng ba, mehr als ein einfaches Zählgerät. Sie kann als Verbindung zwischen Praktizierenden und Gottheit dienen und trägt die Symbolik von Mitgefühl und Weisheit.

1. Die tiefere Bedeutung der Mala

Eine klassische Mala besitzt 108 Perlen. Sie stehen in einer verbreiteten Deutung für das Überwinden von 108 weltlichen geistigen Leiden und den Weg zu innerer Reinheit und Ruhe.

• Die Guru- oder Mutterperle: Sie wird mit der Buddhaschaft oder dem eigenen spirituellen Lehrer, dem Lama, verbunden.

• Die Quaste: Sie kann grenzenloses Mitgefühl und die ununterbrochene Weitergabe der Lehre symbolisieren.

• Die Zähler: Seitlich angebrachte Metallzähler, häufig mit Glocke und Dorje, stehen für die Vereinigung von Weisheit und geschickten Mitteln.

2. Verbreitete Materialien und ihre zugeschriebenen Qualitäten

Die Materialwahl kann sich nach der jeweiligen Praxis richten: befriedend, vermehrend, anziehend oder zornvoll.

• Bodhi-Samen (Phönixaugen und Rudraksha): Sie gelten in manchen Überlieferungen als vielseitig und besonders verdienstvoll. Der Rezitation mit Bodhi-Samen wird dort großer, mitunter als grenzenlos bezeichneter Verdienst zugeschrieben.

• Knochen (Yakknochen): Knochenperlen werden in tantrischen Zusammenhängen als Symbol für Vergänglichkeit und Leerheit verwendet. Sie erinnern daran, den Weg zum Erwachen ernst zu nehmen.

• Edelsteine (Türkis und Koralle): Türkis wird in tibetischen Deutungen mit Seele und glückverheißender Bedeutung verbunden; Koralle mit anziehender Kraft und Lebendigkeit.

• Liaoqi (Kunstglas): Der Beitrag beschreibt dies als mehrfarbige Glasperlen mit zugesetzten Mineralien, die wegen ihrer lebhaften Gestaltung und religiösen Symbolik geschätzt werden.

3. Verwendung und Pflege

1. Die Handhaltung: In der hier beschriebenen Verwendung wird die Mala beim Rezitieren häufig in der linken Hand gehalten. Der Daumen bewegt die Perlen von innen nach außen.

2. Die Guru-Perle: In dieser tibetischen Tradition wird die Guru-Perle nicht überschritten. Bei ihr angekommen, dreht man die Mala um und zählt in die andere Richtung weiter.

3. Eine saubere Aufbewahrung: Malas werden als religiöse Gegenstände respektvoll behandelt. Legen Sie sie nicht auf den Boden oder an unreine Stellen. Bei Nichtgebrauch können Sie sie um das Handgelenk tragen oder in einer passenden Gau-Box beziehungsweise einem Seidenbeutel aufbewahren.

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