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Ngöndro als Grundlage: Die Bedeutung vorbereitender tantrischer Praxis

Eine tragfähige Grundlage ermöglicht das Erreichen hoher Gipfel.

Im tibetisch-buddhistischen Praxissystem werden die fünf vorbereitenden Übungen (Ngöndro) häufig mit dem Fundament eines hohen Gebäudes verglichen. Dieser Artikel betrachtet ihre Bedeutung als Grundlage der Vajrayana-Praxis.

Was sind die fünf vorbereitenden Übungen?

Die fünf vorbereitenden Übungen werden in dieser Einteilung jeweils eine festgelegte Anzahl von Malen ausgeführt, traditionell 100.000 Mal, um fortgeschrittene tantrische Praxis vorzubereiten. Genannt werden: Zuflucht, Entwicklung von Bodhicitta, Vajrasattva-Praxis, Mandala-Darbringung und Guru-Yoga .

Jede Übung dient der Reinigung des Geistes und dem Ansammeln von Verdienst: Zuflucht markiert den Eintritt in den buddhistischen Weg; Bodhicitta wird hier als Unterscheidungsmerkmal von Theravada und Mahayana beschrieben; Vajrasattva soll seit anfangsloser Zeit angesammeltes negatives Karma reinigen; Mandala-Darbringung sammelt Verdienst und Weisheit; Guru-Yoga soll Segen und das Beseitigen von Hindernissen unterstützen. Diese Schulung bereitet den Geist auf tiefgehende tantrische Lehren vor.

Warum gelten die vorbereitenden Übungen als Grundstein tantrischer Praxis?

1. Den Geist schulen und Verwirklichung vorbereiten

Unser Geistesstrom wird mit einem unbestellten Feld verglichen, auf dem belastende Gefühle und Gewohnheiten wie Unkraut wachsen. Ohne diesen Boden vorzubereiten, können Samen tiefer Lehren nur schwer Früchte der Verwirklichung tragen.

Die vorbereitenden Übungen sollen das „wilde Pferd des Geistes“ zähmen. Umfangreiche Wiederholung kann Überheblichkeit lösen und den Geist beweglicher sowie empfänglicher für weitere Lehren machen. Der Artikel betont ihre Bedeutung für das Überwinden eines stolzen Geistes.

2. Eine angemessene Praxisfolge entwickeln

Spirituelle Schulung wird mit Ausbildung verglichen: Auf Grund- und weiterführende Schule folgt die Universität. Manche heutige Praktizierende streben jedoch früh nach Dzogchen oder Mahamudra und unterschätzen vorbereitende Übungen. Meister vergleichen dies der Darstellung zufolge mit einem Kleinkind, das laufen will, bevor es gehen kann. Die vorbereitenden Übungen sollen eine angemessene Reihenfolge unterstützen.

3. Verdienst ansammeln und Verdeckungen reinigen

Die Verwirklichung der Natur der Wirklichkeit benötigt in dieser Darstellung zwei Kräfte: die Kraft der fünf vorbereitenden Übungen und die Segnungen des Guru. Durch Entsagung und Bodhicitta sollen vorbereitende Übungen eine besondere Kraft entwickeln, die Gewohnheiten durchschneidet und die ursprüngliche klare Buddha-Natur offenlegt. Ohne diese Grundlage könnten ruhige Meditationserfahrungen oberflächlich bleiben. Die Übungen werden als wesentlicher Antrieb zur Überwindung zyklischen Daseins betrachtet.

Der Weg von Entsagung zur Verwirklichung

Eine vollständige Vorbereitung umfasst die allgemeinen äußeren und die besonderen inneren vorbereitenden Übungen.

Die allgemeinen äußeren Vorbereitungen, auch vier Betrachtungen genannt, richten sich auf die Seltenheit und Kostbarkeit menschlichen Lebens, Tod und Vergänglichkeit, die Mängel des Samsara sowie die Wirksamkeit von Ursache und Wirkung, Karma. Sie sollen aufrichtige Entsagung entwickeln .

Die besonderen inneren Vorbereitungen sind die zuvor genannten fünf Kernübungen. Die systematische Praxis von Zuflucht, Bodhicitta, Vajrasattva, Mandala und Guru-Yoga soll den Geistesstrom grundlegend verwandeln.

Gedanken für heutige Praktizierende

Im geschäftigen Alltag führen viele fehlende Zeit als Grund an, vorbereitende Übungen zu vernachlässigen. Die Beispiele großer Meister betonen in dieser Betrachtung besonders Entschlossenheit und richtiges Verständnis. Die Übungen werden als Kern des Weges selbst verstanden.

Fazit: Die Grundlage wertschätzen

Die fünf vorbereitenden Übungen gelten in der beschriebenen Tradition als wesentlicher Teil des Weges. Durch Schulung des Geistes, Reinigung von Verdeckungen und Ansammeln von Verdienst schaffen sie eine Grundlage für Erwachen. Wie ein hohes Gebäude ein stabiles Fundament benötigt, bildet Ngöndro hier einen unverzichtbaren Ausgangspunkt des tantrischen Befreiungsweges.

Der Artikel betont: Der Praxisweg benötigt Reihenfolge und Grundlage statt Abkürzungen oder sofortigem Erfolg. Die vorbereitenden Übungen bilden in dieser Sicht eine Brücke zur Verwirklichung.

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