Viele verbinden Praxis mit Meditation in Bergen, Rezitation oder Flucht aus dem Alltag. Doch sie liegt nicht fern von der Welt. Schon langsamer zu werden kann eine wesentliche Übung sein.
Moderne Menschen leiden oft unter innerer Unruhe. Wir jagen Zeit und Ergebnissen nach und treiben uns ständig an. Wünsche und Tempo halten den Geist angespannt. Wenn die Schritte zu schnell werden, kommt das Innere nicht mit; ein besorgter Blick übersieht sich selbst.
Im Zen heißt es, der gewöhnliche Geist sei der Weg. Praxis flieht nicht, sondern beruhigt das unruhige Herz.
Langsamer werden ist weder Faulheit noch Verzögerung. Es sammelt Aufmerksamkeit in der Gegenwart.
Es bedeutet, Vergänglichkeit anzunehmen und Ergebnisse nicht sofort zu erzwingen. Alles entsteht unter eigenen Bedingungen und reift zu seiner Zeit. Geduld bringt Ruhe, Zwang erschöpft.
Es bedeutet, Anhaftung zu lockern und weniger um Gewinn, Verlust, Zukunft und Vergangenheit zu kreisen. Wir richten Aufmerksamkeit auf Wort, Tat und Moment.
Es entwickelt inneren Halt auch bei schnellem äußerem Wandel.
Praxis bewahrt Ruhe im gewöhnlichen Alltag.
Eine gelassene, offene Haltung zum Wandel entwickelt Klarheit, Sanftheit und innere Stärke.
Lebenslange Praxis pflegt ein friedliches, beständiges Herz. Langsamer werden führt auf den Weg zurück.
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