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Was ist Karma? Sind wir vom Schicksal bestimmt?


Viele verbinden Karma sofort mit Fatalismus: Alles sei vorherbestimmt, und wir könnten das Schicksal nur passiv hinnehmen. Das entspricht jedoch nicht dem buddhistischen Verständnis.

Karma bezeichnet vereinfacht körperliche Handlungen, Worte und Gedanken. Jede Wahl hinterlässt Spuren und prägt allmählich Persönlichkeit, Weltsicht und künftige Erfahrungen. Es ist kein höheres Wesen, das urteilt, sondern ein Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Gesäte Samen bringen entsprechende Früchte, ohne jedes Ergebnis für immer festzulegen.

Früheres Karma schafft Bedingungen, legt das Schicksal aber nicht vollständig fest. Gewohnheiten und Erfahrungen bilden einen Hintergrund; trotzdem können wir im Moment neu wählen. Auf dieselbe Schwierigkeit reagieren Menschen mit Groll oder mit Verzeihen. Diese Reaktion schafft neues Karma und verändert den weiteren Weg.

Schicksal ist kein unveränderliches Drehbuch, sondern der Boden früherer Taten. Der Boden beeinflusst die Samen, doch ihre Pflege bleibt in unseren Händen. Karma anzuerkennen verlangt Verantwortung statt Resignation. Wir müssen weder endlos über Fehler grübeln noch jedes Unglück dem Schicksal zuschreiben.

Praxis wartet nicht, bis Karma von selbst verschwindet. Sie bemerkt Gefühle und Antriebe und beendet schädliche Wiederholungen. Die Vergangenheit bleibt unveränderlich; die Zukunft wird durch heutige Entscheidungen mitgestaltet.

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