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Spirituelle Praxis im Alltag: Mit einer Tasse Tee beginnen

Viele verbinden spirituelle Praxis mit der Flucht aus der Welt in entfernte Berge oder alte Tempel. Doch sie liegt nicht nur fernab, sondern auch in den kleinen Momenten des Alltags.

Sie brauchen dafür nicht zwingend formelle Meditation oder komplizierte Philosophie. Eine Tasse Tee kann der Anfang sein.

Kochen Sie Wasser, wärmen Sie die Tasse, geben Sie Teeblätter hinein, gießen Sie auf und beobachten Sie den Tee. Lassen Sie Benachrichtigungen und laute Gedanken beiseite. Achten Sie auf Dampf, schwebende Blätter und den feinen Duft. Eilen Sie nicht, lassen Sie unerledigte Aufgaben kurz ruhen und seien Sie ganz gegenwärtig.

Eine Tasse Tee braucht wenig Zeit, bringt den wandernden Geist aber zurück. Viele Sorgen entstehen aus Vergangenheit und Zukunft, während das Hier und Jetzt übersehen wird. Tee zu schmecken ist eine Achtsamkeitsübung.

Tee schmeckt zunächst bitter und hinterlässt dann Süße. Ähnlich erfahren wir im Leben Schwierigkeiten und irgendwann sanfte Süße. Widerstehen Sie der Bitterkeit nicht, sondern nehmen Sie jede Geschmacksrichtung als Lebenslehre an.

Spirituelle Praxis macht nicht gefühllos. Sie verlangsamt den Alltag, hilft bei Selbstbeobachtung und lässt Gewinn und Verlust annehmen.

Eine weite Reise ist nicht nötig. Die Tasse Tee kann unser Übungsort sein. Mitten im Gewöhnlichen entwickeln wir ein friedliches, gelassenes Herz.

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