Der Beitrag greift aus dem Diamant-Sutra den Gedanken auf, dass Formen und Erscheinungen täuschen können. Das wird manchmal nihilistisch verstanden: Wenn alles vergeht, habe Bemühen keinen Wert. Die folgende Betrachtung vertritt jedoch das Gegenteil.
Illusionshaftigkeit bedeutet hier nicht Nichtvorhandensein, sondern verweist auf Vergänglichkeit.
Wir bemühen uns im Leben nicht nur, Erscheinungen zu besitzen, sondern auch, uns in ihrem Wandel zu entwickeln. Das Leben lässt sich mit einem Film vergleichen: Die Bilder auf der Leinwand sind wechselndes Licht und Schatten, während wir Gefühle, Einsichten und Entwicklung beim Betrachten tatsächlich erleben. Innerhalb dieses begrenzten Lebensabschnitts versuchen wir, die eigene Rolle möglichst aufrichtig zu gestalten.
Gerade im Erkennen des Flüchtigen kann Gelassenheit liegen.
Wenn wir Erfolg, Misserfolg, Ansehen und Wohlstand als vorübergehende Erscheinungen erkennen, kann das Festhalten an ihnen nachlassen. Bemühen wird dann weniger zu einem Tauschgeschäft für ein bestimmtes Ergebnis und mehr zu einem Ausdruck lebendiger Beteiligung. Wir essen, arbeiten und lieben mit weniger Furcht vor Verlust und mehr Aufmerksamkeit für das gegenwärtige Tun.
Im Vergänglichen Bedeutung gestalten.
Sich zu bemühen bedeutet hier, Verantwortung für den eigenen flüchtigen Weg zu übernehmen. Ein Ziel wird nicht nur dadurch wertvoll, dass sein Ergebnis ewig bleibt. Gerade weil dieser Lebensabschnitt einmalig ist, kann die bewusste Beteiligung selbst eine Antwort auf das Gefühl der Leere sein.
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