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Mitgefühl und Weisheit im Gleichgewicht


Mitgefühl und Weisheit werden oft missverstanden: Mitgefühl als grenzenloses Dulden, Weisheit als kalte Vernunft.

In buddhistischer Praxis gehören beide untrennbar zusammen und ergänzen einander.

Mitgefühl ohne Weisheit kann blinde Freundlichkeit werden.
Wer keine Grenzen setzt und immer nachgibt, erschöpft sich und ermöglicht Fehler. Freundlichkeit ohne Unterscheidung kann Leiden schaffen.

Weisheit ohne Mitgefühl bleibt kalt.
Ein rein logischer Blick ohne Wärme und Empathie kann starr, einsam und lebensfern machen.

Praxis verbindet Mitgefühl und Weisheit.

Weisheit bestimmt Grenzen und Blickweite.
Sie erkennt Ursache und Wirkung, Menschen und Situationen und vermeidet unnötige Verstrickung.

Mitgefühl bestimmt Haltung und Wärme.
Auch im Wissen um die Vielschichtigkeit der Menschen und die Vergänglichkeit wählen Sie Freundlichkeit. Sie schaden nicht aus bewusster Güte, nicht aus Naivität.

Weisheit schützt vor Verwirrung.
Mitgefühl schützt vor Kälte.

Mitgefühl will allen Wesen freundlich begegnen.
Weisheit findet die passende Weise dazu.

Sanft mit Grundsätzen, freundlich mit Klarheit, tolerant ohne blindes Nachgeben und verzeihend ohne Wegsehen.

Darin liegt ein ausgeglichenes Leben:
Weisheit bewahrt Mitgefühl vor unbedachter Freundlichkeit.
Mitgefühl bewahrt Weisheit vor kalter Distanz.

Gehen Sie mit klarem Geist und warmem Herzen durch die Welt.

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